Cool bleiben im Einsatz: Aktives Thermomanagement für Lynx‘ Elektronik

In den kalten Wintermonaten ist unser autonomer Schneepflug Lynx in seinem Element. Doch während draußen Schnee und Eis herrschen, muss im Inneren unseres Roboters ein perfektes Klima herrschen. Heute tauchen wir in ein oft unterschätztes, aber absolut kritisches Thema ein: das aktive Thermomanagement von Lynx‘ Elektronik.

Warum ist es so wichtig, dass Lynx „cool“ bleibt – und wie stellen wir das sicher?

1. Warum aktives Thermomanagement unverzichtbar ist

Man könnte meinen, bei Minusgraden erübrigt sich das Kühlen von Elektronik. Doch das Gegenteil ist der Fall! Ein passives Thermomanagement mag in manchen Anwendungsfällen ausreichen, doch ein aktives System bietet für einen komplexen, autonomen Roboter wie Lynx entscheidende Vorteile:

  • Leistungsdichte: Die Elektronik in Lynx, insbesondere Motoren, Leistungselektronik und unser Nvidia Orin, erzeugt auch bei Kälte eine erhebliche Abwärme. Ohne Kühlung würden diese Komponenten schnell überhitzen.
  • Umgebungsextreme: Lynx muss bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt zuverlässig arbeiten. Dies erfordert nicht nur Kühlung für heiße Bauteile, sondern auch Schutz und gegebenenfalls Heizung für kälteempfindliche Komponenten.
  • Zuverlässigkeit & Lebensdauer: Komponenten, die außerhalb ihres optimalen Temperaturbereichs betrieben werden, altern schneller und neigen zu Fehlfunktionen. Ein präzises Thermomanagement sichert die Langlebigkeit und die Betriebsstabilität von Lynx.
  • Effizienz & Präzision: Elektrische Bauteile arbeiten in ihrem idealen Temperaturfenster am effizientesten. Dies trägt dazu bei, Energieverluste zu minimieren und die Präzision der Sensoren und Aktuatoren zu gewährleisten.

Die primären Wärmequellen in Lynx sind die leistungsintensiven Bauteile wie die DC-Servomotoren, deren Schneckengetriebe, die Leistungselektronik und unser Nvidia Orin.

2. Die ausgeklügelte Strategie: Kühlen, Heizen, Zirkulieren

Wir setzen bei Lynx auf ein umfassendes aktives Thermomanagement, das sowohl kühlen als auch bei Bedarf heizen kann. Kernstück sind vier leistungsstarke Serverlüfter mit bis zu 8000 Umdrehungen pro Minute:

  • Zwei Einlasslüfter (vorne): Diese Lüfter sind an der Innenseite des Hauptkorpus, hinter den Raupen, positioniert und blasen bei Bedarf kalte Luft ins Fahrzeuginnere. Der Lufteinlass ist dabei durch ein magnetisch angebrachtes Cover vor Regen und anderen Verunreinigungen geschützt. Zukünftig wird hier ein Verschlusssystem integriert, das bei ausgeschalteten Lüftern schließt, um Wärmeverluste durch Konvektion zu minimieren.
  • Ein Auslasslüfter (hinten): Dieser prominent am Heck angebrachte Lüfter (ebenfalls mit Cover und zukünftigem Verschluss) saugt die Luft je nach Bedarf aus dem Fahrzeug.
  • Ein Akku-Lüfter: Dieser Lüfter ist direkt am Akku angebracht. Er bläst Frischluft über die Zellen und sorgt gleichzeitig für eine aktive Luftzirkulation im Hauptkorpus. Dies stellt sicher, dass die Lufttemperatur möglichst gleichmäßig ist und warme Luft von leistungsintensiven Bauteilen abgeführt wird.

Flexible Temperaturkontrolle

Sollte es im Inneren des Hauptkorpus zu kalt werden, kann die Luft zusätzlich durch ein Heizelement erwärmt werden. Dies ist besonders wichtig, da die LiFePO4-Zellen, obwohl kältetauglich im Betrieb, vor dem Laden eine Mindesttemperatur benötigen. Somit kann Lynx seine Komponenten aktiv „vorheizen“, um optimale Ladebedingungen zu schaffen.

3. Intelligente Kontrolle durch Sensorik

Für eine präzise und intelligente Steuerung des Thermomanagements ist Lynx mit verschiedenen Temperatursensoren ausgestattet:

  • Das JKBMS verfügt über drei eigene Temperatursensoren, um die Zelltemperaturen des Akkus optimal zu überwachen.
  • Zusätzlich werden weitere Temperatursensoren verteilt im Innenraum des Hauptkorpus platziert. Diese ermöglichen eine intelligente Luftsteuerung, die auf die genauen Temperaturbedingungen verschiedener Bereiche reagieren kann.

4. Die Vorteile: Ein kühler Kopf für maximale Performance

Die Vorteile dieses aufwendigen Thermomanagements sind vielfältig:

  • Optimale Funktion: Alle Bauteile werden stets in ihrem optimalen Temperaturfenster betrieben, was ihre Funktion unter allen Bedingungen sicherstellt.
  • Erhöhte Effizienz: Elektrische Komponenten arbeiten bei idealen Temperaturen effizienter, was den Energieverbrauch reduziert.
  • Längere Lebensdauer: Die Alterung sämtlicher Komponenten wird minimiert, wodurch die Lebensdauer von Lynx erheblich verlängert wird.
  • Robuste Zuverlässigkeit: Lynx ist damit auch unter extremen Bedingungen, von eisiger Kälte bis zu intensiver Last, ein zuverlässiger Partner.

Unser aktives Thermomanagement ist ein Paradebeispiel dafür, wie viele unsichtbare technische Details zusammenwirken, um die Gesamtperformance und Zuverlässigkeit unseres autonomen Schneepflugs Lynx zu gewährleisten.

Nach oben scrollen